Dienstag, 19. Juni 2012

... ich frag mal: Transportgegner?

... ich frag mal:

Warum haben die, auf deren Rücken Million- und Milliardäre sich ein schönes Leben bereiten, nicht mehr Bewußtsein für ihre Macht ... warum lassen sie es sich gefallen, immer mehr zu verarmen (Armutsbericht, Griechenland, Spanien usw.)

Meine bevorzugte Quelle, wenn es um den Verottungszustand dieses Kapitalismus geht, ist das Handelsblatt. An der von Herrn Steingart (Chefredakteur) so vorzüglich beschriebenen Schnittstelle, wo das einfache Volk auf die Absahner und Spekulanten trifft, die Sicherheitskontrolle am Flughafen, wird deutlich, wie sehr selbst die Großkotze unserer Gesellschaft auf die, von ihnen zu "Humankapital" degradierten, Menschen angewiesen sind.

"Vielleicht kommt den Transportgegnern aller Bundesländer die Lage auf den deutschen Flughäfen heute Morgen entgegen. An fünf Flughäfen finden derzeit Warnstreiks statt. Diesmal ist es das Sicherheitspersonal für Personen- und Gepäckkontrollen, das durch Arbeitsverweigerung auf seine Arbeit aufmerksam macht." (Gabor Steingart im HB Morgenbriefing am 19.06.2012)

Was Herr Steingart mit Transportgegnern meint, sind die Menschen, die sich im Volksentscheid um den Ausbau des Münchner Flughafens, dagegen entschieden haben.

Wie wir nun allenthalben mitbekommen, passt das den Großkopferten gar nicht und sie suchen nach Mitteln und Wegen des Volkes Willen in ein Gegenteil zu verkehren.

Und wenn wir weiterlesen, dann ist dieser Volksentscheid disaströs für die Lufthansa, weil die dadurch "... nicht wachsen kann." Und wenn wir dann noch ein wenig an der Oberfläche kratzen, stoßen wir auf die Bayerische Landesbank, als Großaktionär der Fluggesellschaft. Aha, sagt sich der aufmerksame Leser, dann macht es aus ihrer Sicht auch Sinn, die TeilnehmerInnen an einem Volksentscheid, bei dem das Transportproblem eine wohl untergeordnete Rolle spielte, zu Transportgegnern zu machen. Anfangs dachte ich noch, ein neuer Castortransport stünde an, aber weit gefehlt. Und so passt es ins Bild, dass ein Warnstreik (ein legales Mittel in der tariflichen Auseinandersetzung) zur Arbeitsverweigerung mutiert. Und das Rufen nach staatlicher Gewalt, diesen ruchlosen Attentätern, gegen die deutsche Freizügigkeit, Einhalt zu gebieten, wird schon einmal geübt.

4 Kommentare:

  1. Lieber Berthold,
    was will der Autor uns damit sagen??????

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    1. Ich habe ein Problem damit, dass es unwidersprochen bleibt, wenn Meinungsbildner wie Herr Steingart, Menschen, die ihr Recht wahrnehmen, versucht ins Unrecht zu setzen. Beim landläufigen Gebrach des begriffes Arbeitsverweigerung, ist der Umstand gemeint, der zu fristloser Kündigung führt.
      Da mir niemand weismachen kann, dass ein Chefredakteur Begrifflichkeiten leichtfertig gebraucht, erzeugt mir dieser Gebrauch Aggressionen. Denen wollte ich Ausdruck verleihen.

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  2. Lieber Berthold,

    ich finde es verdienstvoll, dass du Flagge zeigst gegen die mehr oder weniger offene Volksverdummung und den Missbrauch unserer schönen Sprache!

    Außerdem: wozu forderst du uns auf?

    Bist du eigentlich ein Freund des Kabarettisten Schramm und seiner Alter-Egos? Die haben alle zusammen den Erich-Fromm-Preis bekommen dieses Jahr.
    Die Preisverleihungs-Reden lohnen sich!

    Balkonpflanze

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    1. Ich fordere dazu auf, die Meinung von Meinungsmachern nicht unwidersprochen zu lassen und frage nach Rat, weshalb sich halbwegs intelligente Menschen nicht gegen die Verdummung wehren.

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