Wikileaks, ich bin mir unsicher!
Anfangs war ich wikileaks gegenüber völlig uneingenommen und sogar ein wenig euphorisch, weil nun eine Zeit der "Offenheit und Wahrheit" ins Haus stand. Seit geraumer Zeit ändert sich dies schleichend, so dass es mir jetzt erst auffällt, dass diese "Offenheit und Wahrheit" auch eine Redaktion und einen Interessenvertreter hat, der seine ureigene "Wahrheit" bastelt.
Außerdem habe ich die Befürchtung, dass mit immer neuen sensationellen Veröffentlichungen, staatliche Autorität schwindet. Nun könnte ich der Auffassung sein, das dies doch auch gut ist. Nur meldet sich da ein noch kaum zu hörendes Stimmchen: "Was haben wir denn für Möglichkeiten zur Regelung unseres Gemeinwesens, außer dieser Autorität?"
Der Verlust des Vertrauens in den Staat, hat noch keine Gesellschaft lange überleben lassen. Also lasst uns gemeinsam überlegen und diskutieren, wie sich die staatliche Autorität wieder herstellen lässt oder welche Alternativen wir dazu haben.
So wie wir uns im Augenblick bewegen, habe ich die Befürchtung, könnte man uns durchaus für eine Herde Lemmige halten.
Schön wären ein paar fundierte Antworten.
Die grundlegende Frage hier ist doch "L'etat c'est moi oder l'etat c'est nous?" Wenn wir unseren Regierenden nicht mehr vertrauen kan dies an uns selbst liegen, weil wir unfähig sind anderen zu vertrauen oder es liegt an den Politikern, weil sie das Vertrauen, dass wir ihnen entgegengebracht haben missbraucht haben.
AntwortenLöschenIch mache da keinen Unterschied zwischen Machtmissbrauch und Drogenmissbrauch, weil ich in beiden fällen ein Suchtproblem sehe. Und ein Suchtproblem kann man nur heilen, wenn man das Problem erkennt und akzeptiert. Hier liegt meiner Meinung nach der erste Schritt zur Therapie. Wenn nun Wikileaks auf die Probleme der Regierenden aufmerksam macht und aufzeigt dass der Staat nicht vertrauenswürdig ist, ist dies für mich nicht anders als wenn jemand eine andere Person darauf aufmerksam macht ein Suchtproblem zu haben. Der eine tut dies mit Empöhrung, ein anderer mit Zuneigung und Empathie.
Solange allerdings die Machtsüchtigen ihre Probleme nicht anerkennen, bleibt uns nichts anderes übrig als uns gegen den Machtmisbrauch zu wehren und Nichtregierungsorganisationen zu ermächtigen, um eine Systemveränderung zu bewirken.
Ob diese Veränderung als Evolution oder Revolution hervorgebracht wird hängt sowohl vom Einsichtsvermögen der Regierenden ab, als von der Schmerzgrenze des Volkes.
Meine vollste Unterstützung für diesen Beitrag. Dies ist der Beitrag wo ich uneingeschränkt ja sagen und der meine vollste Unterstützung findet. Ich habe die gleiche Befürchtung.
AntwortenLöschenYour ever Eduard
Liebe/r Arno Nym, meine Frage zielte auf eine Gefahr, die ich meine zu erkennen: Wer und was nutzt den Freiraum, den die (meinetwegen) Machtsüchtigen durch ihren "krankheitsbedingten" Ausfall eröffnen. Da weder Du noch ich eine Lösung haben, lauern Typen wie Pol Pot oder Pinochet, sich in dem Freiraum breit zu machen.
AntwortenLöschenUnd dabei werden dann wikileaks, wenn auch ungewollt zum Steigbügelhalter.
So eine Gesellschaft ist doch etwas komplexer, als sie im täglichen Gebrauch erscheint.
Grüße vom Verfasser