Dienstag, 26. April 2011

Ende des Wachstums?

Es ergrimmt mich, dass wir seit 1972 (Club of Rome Report) "… Die Grenzen des Wachstums …" kennen und trotzdem so kuschelig weitermachen, als würden Jahrtausende blühender Landschaften vor uns liegen.
Niko Paech diskutiert in einem Artikel in "Die Gazette – Winter 2010/2011" "… eine Ökonomie in Zeiten sinkender Wachstumsraten.
Er spricht davon, dass wir uns von einer zukünftigen Ökonomie, eine Konservierung der Struktur und des Umfangs unseres Wohlstandes erwarten und dass dadurch die Debatte einer "Postwachstumsökonomie" scheitern wird, wie alle vorherigen auch.
Erst wenn wir bereit sind zu akzeptieren, dass eine Begrenzung des Wachstums nur durch Konsumverzicht zu erreichen ist, haben wir noch eine Chance auf eine menschliche Zukunft.
"Die Abhängigkeit vom Geld verstärkt sich mit den wachsenden Ansprüchen an materielle Selbstverwirklichung … Genau wie ein Heroinabhängiger wider besseren Wissen den Dealer schützt, steigt beim Gelbabhängigen mit zunehmendem Konsumniveau die panische Angst davor, dass die Geld speiende Wachstumsmaschine auch nur ins Stocken geraten könnte. Dieser Sachzwang beherrscht den Manövrierraum einer nachhaltigen Entwicklung und marginalisiert sie zugleich."
Insofern wäre ein erster Schritt, das Wachstum zu verlangsamen durch "… die Aufwertung vorhandener Güterbestände und Infrastrukturen durch Renovation, Konservierung, Optimierung, Nutzungsdauerverlängerung oder Nutzungsintensivierung."
Anmerkung: ich lese "Die Gazette" (http://www.gazette.de/) seit 2010 und bin überzeugt, dass sie einen entscheidenden Beitrag zur Diskussion aller derzeit bewegenden Themen liefert.

5 Kommentare:

  1. Ich glaube nicht, dass durch "… die Aufwertung vorhandener Güterbestände und Infrastrukturen durch Renovation, Konservierung, Optimierung, Nutzungsdauerverlängerung oder Nutzungsintensivierung." das Problem zu lösen ist. Die Verteilung wäre erste zu regelnde Frage und dann wie löse ich das Problem ohne Wachstums Ambitionen Inovationen zu erreichen.
    Gruß
    Eduard

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  2. Mein Lieber,
    es geht schlicht und einfach darum, nicht so weiter zu machen, wie bisher. Das immer mehr und noch mehr, verbraucht so viele Ressourcen, dass in wenigen Jahren nichts mehr übrig ist. Damit ließe sich dann gar nichts mehr verteilen.
    Insofern halte ich das Problem für nachrangig. Obwohl ich mir nichts vormache, der Verteilungskampf hat schon begonnen. Aber vielleicht habe wir ja noch eine Chance, dem bitteren Ende zu entgehen.
    Gruß
    Berthold

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  3. Stichwort Konsumverzicht: Seit der Siggi Freud-Neffe Edward Bernays sein "Propaganda" geschrieben hat wurde der Begriff "Konsum" einem Wandel unterzogen. Nicht die Befriedigung von Bedürfnissen, sondern von Wünschen und Sehnsüchten. Darauf basiert unser System, auf der Fetischisierung der Industriegüter.

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  4. Konsumverzicht Ja! intelligenter Konsumverzicht Wie?
    Vielleicht sollte man zuerst die Produktion von nutzlosen und überflüssigen Gütern die nur durch immense Beeinflussung bzw. Werbekampagnen verkauft werden können anfangen.

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  5. Mein Lieber,
    und warum bist Du denn voll auf der Konsumseite? Wenn es denn so schädlich ist?
    Gruß
    Dein Eduard

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